Globe Sightings

von 25.09.2003 bis 01.11.2003

St Marks Place, NYC
Lambda Print on aluminium
 

Die Galerie Fotohof freut sich, die international bedeutende Fotokünstlerin Jennifer Bolande für eine Ausstellung gewonnen zu haben. Gezeigt werden die in den letzten Jahren entstandene Serie „Globe Sightings“ und die Fotoskulptur „Appliance House“ aus den 1980er Jahren.

Jennifer Bolande entwickelte „Globe Sightings“, als sie für ihre Fotoskulpturen Fenster im Stadtraum fotografierte. Sie bemerkte dabei, dass häufig Globen in den Fenstern von Privatwohnungen, aber auch in Geschäften, Büros und Schulen aufgestellt sind. Die so entstandenen Fotografien geben oft nur einen großen Ausschnitt des Hauses wieder, die Globen werden dann zu winzigen Objekten, die der Betrachter der Bilder ganz bewusst suchen muss. Die Fotos zeigen immer den Blick des im öffentlichen Raum stehenden Betrachters, der nicht nahe genug an die Globen herangehen kann, um sie eingehend zu betrachten. Damit thematisiert Jennifer Bolande aber auch die Frage zwischen öffentlichem und privatem Raum, der ihrer Arbeit immer wieder zugrunde liegt. Die Globen, in ihrer Funktion als Miniaturmodelle der Erde, spielen auch auf die Weltraumfotos der NASA an, in denen sie meist in einem dunklen Raum hinter Glas schwebend gezeigt werden. Auch hier verschwimmt wieder die Abgrenzung zwischen Modell und Wirklichkeit.

Mit der Arbeit „Appliance House“, einem ca. 170 cm hohen Leuchtkasten, verknüpft Jennifer Bolande wiederum zwei Bedeutungsebenen miteinander. Die äußere Form des Leuchtkastens entspricht dem Lever Building in Manhatten, einem Klassiker der Hochhausarchitektur aus den 50er Jahren. Jennifer Bolande hat einzelne Fenster aus diesem Hochhaus fotografiert und sie in die entsprechenden Positionen dieses Hochhauses montiert. Sie spielt damit u.a. mit einer bestimmten Bedeutungsebene dieses Hochhauses, das nämlich vom Lever Waschmittelkonzern als Firmenzentrale gebaut wurde und so die Konnotation der sauberen, fortschrittlichen, effizienten Lebenshaltung mit sich trägt. Die andere Bildebene ist ein Foto der Auslage eines „appliance store“ (Geschäft für Haushaltsgeräte, daher der leicht abgewandelte Name des Kunstwerkes). Dieses Foto wurde ebenso wie die Fotos des Hochhauses in der Nacht aufgenommen. In einem Auslagenfenster im ersten Stockwerk leuchten darin die neuen Haushaltshelfer und versprechen dem willigen Käufer den Eintritt in den „siebenten Konsumhimmel“. Wieder sind die Fotos nur von der Strasse, also von einem öffentlichen Platz aus gemacht und wie in den „Globe sightings“ sind sie durch ihre Positionierung und ihre Präsentation hinter Glas dem direkten Zugriff entzogen. Teile dieser Fotos des „appliance store“ sind in den Leuchtkasten des Hochhauses integriert. Beide Ebenen – jene eines kleinen Haushaltsgerätegeschäftes in einem billigen Stadtteils Manhattens und jene der Konzernzentrale in der besten Lage verschmelzen zu Symbolen unserer Kultur.

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