LAND OF MILK AND HONEY

Eröffnung: 9. Nov. 2005
Von 10.11.2005 bis 23.12.2005
Öffnungszeiten: Mo-Fr 3-7 pm, Sa 10 am-1 pm
Paul Kranzler
Land of Milk and Honey
 

Der junge Linzer Paul Kranzler (geb. 1979) lässt bereits in seinen ersten Projekten eine starke, eigenständige Position erkennen: sein soziales Interesse, die Teilnahme am Leben Anderer in der großen internationalen Tradition sozialdokumentarischer Fotografie. Mit dem umfangreichen fotografischen Projekt „Land of Milk and Honey“ (2002 – 2004) dokumentiert Paul Kranzler das Leben seines Nachbarn in einem Linzer Substandard-Zimmer. Als junger Kunststudent hat er dort über etwa zwei Jahre das prekäre Leben seiner Nachbarn geteilt. Zentrales Thema dabei ist der zunehmende Kontrollverlust eines Menschen, der die Normen der Lebensführung in der Wohlstandsgesellschaft nicht mehr einzuhalten in der Lage ist. Kranzler beweist mit dem Dokument dieser Lebenssituation den gleichen aufmerksamen, offenen Blick, die gleiche fotografische Präzision, die auch seine Serien „Krasnodar“ (2003), entstanden in einem Linzer Asylantenheim, und „Landjugend“ (2004) prägen.

Im Oktober 2001 war ich auf der Suche nach einer günstigen Wohngelegenheit. Ganz im Gegensatz zu den noblen Therapiepraxen im Erdgeschoß gab es im obersten Stockwerk eines Linzer Stadthauses einige Zimmer mit Gemeinschaftstoilette am Gang.

Ich wohnte bereits ein Jahr dort, als die Bekanntschaft mit Toni und Aloisia über das bloße Grüßen und Einkaufstaschen hinauftragen hinausging. Meine beiden Zimmernachbarn waren keine Freaks oder so, sie brachten mir von vornherein eine große Herzlichkeit und Offenheit entgegen. Und sie waren völlig normal. So war es auch oft sehr gemütlich drüben zu sitzen, sich zu unterhalten, fernzusehen, Bier zu trinken. Eine Oase mitten in der feindlichen Wüste des Schlaraffenlandes. Ich durfte an ihrem Leben teilnehmen, ich bin ihnen noch heute dafür dankbar. Die Bilder zu machen, stand nie in Frage, sie hatten keine Vorbehalte, ich war einfach der Junge der Fotos macht. Viele Fotos. Der Zustand des Raumes war jener seines Bewohners. So fand ich ihn, im Sommer 2003, von einem Schlaganfall getroffen, in einem grauenhaften Zustand, am Boden seines Zimmers. Sein Zimmer wurde daraufhin auch bald geräumt, es war klar, dass er es hier nicht mehr alleine schafft. Aber er erwies sich Gott sei Dank als harter Knochen, „Unkraut verdirbt nicht“, flüsterte er mir auf der Intensivstation zu. Wie er diese Kurve dann wirklich gekriegt hat ist mir bis heute ein Rätsel.

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