BERICHTE

von 10.11.2006 bis 09.12.2006

Heimrad Bäcker
 

Meist von einem wissenschaftlich geprägten Grundgedanken ausgehend sind so Bestandsaufnahmeverfahren entstanden, die in ihrer Vielschichtigkeit ein dichtes Informationsnetz anbieten und gleichzeitig auf die Widersprüchlichkeiten und Grenzen der Darstellbarkeit verweisen. Oder sich allein auf die narrative Kraft der Fotobilder verlassen. Die Berichte stammen aus Costa Rica, Los Angeles, Mauthausen, Sankt Pölten und Wien.

Jahrzehntelang hat Heimrad Bäcker (1925 - 2003), der in jugendlichen Jahren Gefolgschaftsführer der HJ gewesen war, mit Intensität zeitgeschichtliche Dokumente des Nationalsozialismus erforscht und sich auf die fotografische Suche nach Überresten von Zeugnissen des Holocaust begeben. Aus ausgewählten Zitaten, Tabellenfragmenten, Statistikauszügen, Abbreviaturen, Aktenvermerken und Verordnungen hat Bäcker eines der wichtigsten und eindrucksvollsten Werke konkreter Dichtung zusammengestellt: nachschrift. Seine Fotos sprechen eine ebenso konkrete Sprache der Authentizität: Sie bilden vorgefundene lapidare Realitäten ab, ordnen sie neu, stellen sie um und verweisen so gezielt auf die unbeschreibbaren Geschehnisse des Grauens.

Die Faszination an der Naturwissenschaft und deren Ordnungssystemen, hier besonders an der Botanik, steht im Mittelpunkt der Arbeit von Doris Krüger und Walter Pardeller. Fotografische Abbildungen und wissenschaftliche Zeitrafferaufnahmen werden auf unterschiedliche Weise mit Texten verknüpft, sodass sich vielfältige Verbindungsebenen zwischen wissenschaftlichem Reproduktionsanspruch und künstlerischen Äußerungen auftun und eine hybride Welt zum Vorschein kommt. So kommentiert beispielsweise ein Botaniker Pflanzenbilder der Künstlerin oder Fragmente aus Goethes „Die Metamorphosen der Pflanzen“ werden in einen wissenschaftlichen Film eingebettet.

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