Photographies

von 03.08.2001 bis 15.09.2001

Body Builder, 1999
SW - Baryt, Edition 1/3
 

Valerie Belin uses photography in an obsessional attempt to grasp reality. She seeks to avoid the anecdotes of form and to penetrate to the heart of things. Her photographs of Venetion glasswork and of decorative mirrors represent the culmination of this quest. At the same time she approaches questions of the body. The wedding gowns, like the car wrecks, evoke the absence of the body and a certain will to memory. In the series of flowers, the bouquets seem to fade even before blossoming; at the wholesale food market, the carcass speak of invisible animals.

Valerie Belin always uses black and white, the two colors that bring out the light. The choice of large format plunges us to the heart of the subjects; the tight framing of the shots, cut away from any context, combine with the overladen, glittering scenes to lend these images their obsessive beauty. (Jacqueline d´Amécourt)

Belin studied photography at the National School of Fine Arts in Bourges and obtained her diploma in 1987. Influenced by the American art of the sixties and seventies, she pursued her studies at the Sorbonne, where in 1988 she obtained a DEA in philosphy and research on minimal art. From 1991 onwards she taught photography at the School of Fine arts in Tours, and devoted herself to her own artistic work.

Valérie Belin verwendet Fotografie im zwanghaften Versuch die Wirklichkeit zu begreifen. Sie sucht der Form aus dem Weg zu gehen und dringt gleich zu den wichtigsten Dingen vor. Ihre Fotografien der venezianischen Glasformen und Spiegel repräsentieren den Höhepunkt dieses Versuchs.

Zur gleichen Zeit beschäftigt sie sich mit der Frage des Körpers. Die Hochzeitskleider, so wie die Autounfälle rufen sowohl eine Abwesenheit des Körpers hervor, als auch einen Willen zur Erinnerung. In der Blumenserie scheinen die Bouquets schon zu verschwinden, bevor sie aufgeblüht sind; am Markt scheinen die Rümpfe von unsichtbaren Tieren zu erzählen. Valérie Belin verwendet immer Schwarzweiß-Fotografie, da diese beiden Farben das Licht hervorbringen zu scheinen. Die Verwendung des Großformates bringt uns zum Wesentlichen; die eng gefassten Ausschnitte, vom Kontext herausgerissen, sind mit der überladenen, glitzernden Szene verbunden und verleihen somit den Bildern ihre obsessive Schönheit. (Jacqueline d´Amécourt)

Belin studierte an der National School of Fine Arts in Bourges Fotografie und erlangte 1987 ihr Diplom. Beeinflusst von der amerikanischen Kunst der 60er und 70er Jahre, führt sie ihre Studien an der Sorbonne weiter, und erlangt 1988 einen DEA in Philosophie für Studien der Minimalistischen Kunst. Seit 1991 unterrichtet sie an der School of Fine Arts in Tours und widmet sich ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit.

Valérie Belin - Künstlerstatement
Fotografie entsteht in der Begegnung zwischen Perspektive und Chemie. Unter dem Vorwand von Objektivität gibt uns die erste die Möglichkeit, Räumlichkeit durch einen Standpunkt zu repräsentieren. Die zweite erfasst Dinge im Gedächtnis. Fotografie ist eine privilegierte Ausdrucksweise innerhalb der Domäne von Landschaft und Portrait (verbunden mit dem Verlangen für Erinnerung und Aneignung). Fotografie ist geteilt zwischen der Illusion des Realen durch die Repräsentation von Perspektive und der Vergeblichkeit Realität anzuzeigen...
Man kann meine Arbeit als einen obsessiven Versuch sehen, sich die Realität anzueignen, in der der "Körper" eine bestimmende Rolle spielt.
Meine ersten Forschungen versuchten paradoxerweise etwas zu repräsentieren, das nicht repräsentierbar ist, und wo der Körper deutlich abwesend ist: Licht, welches der Ursprung von Fotografie ist und der erste Ausdruck einer sichtbaren Welt war. Deshalb habe ich mehrere Fotos von fluoreszierenden Industrielampen oder von der Sonne gemacht.
Der "Körper" und die "Dinge" sind nur andeutungsweise in meinen Fotos von Fischen und Aquarien oder von fliegenden Flugzeugen zu fühlen. Ich verfolgte meine Arbeit wie besessen, in dem ich alles erforschte, was fotografierbar ist. Die günstigsten oder obszönsten Orte waren für mich Schaufenster oder Auslagen.
Ich versuche der Form aus dem Weg zu gehen, indem ich gleich zu den wichtigsten Dingen vordringe. Meine Fotografien von venezianischen Glasformen und Spiegel repräsentieren den Höhepunkt dieses Versuchs.
Parallel zu dieser Arbeit, kamen meine Forschungen zur Problematik des Körpers in den Fotos der Kleider zustande (Hochzeitskleider von Fabien Durand, oder Kleider aus der Sammlung des Musée des beaux-arts et de la dentelle in Calais, oder das Kleid von Christian Lacroix). Diese Fotos sind Großformate. Sie zeugen von der Abwesenheit des Körpers, der sie trug, und einen gewissen Wunsch nach Erinnerung an die Feierlichkeiten.
Die Großfomatbilder der Unfallautos, Blumen oder von Fleisch ähneln der Kleiderserie. Eine gewisse Ahnung von Tod ist nicht ausgeschlossen. Diese Arbeit ermöglichte es mir, das ganze Universum von Sammlungen als eine Manifestierung meiner Obsessionen zu verstehen. Die Fotografien der Bodybuilder reflektieren einen Umbruch in meiner Arbeit: der Körper, der in den früheren Arbeiten nur metaphorisch präsent war, wird hier nun zum ersten Mal explizit gezeigt.

Valérie Belin, Jänner 2000, www.xippas.com.

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