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State of Mind

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Annica Karlsson Rixon, Anna Viola Hallberg

>04.08.–17.09.2011
Installationsansicht, Annica Karlsson Rixon und Anna Viola Hallberg, »State of Mind«, 2011, © FOTOHOF

»State of Mind« ist eine Ausstellungsinstallation, die sich mit den Lebensumständen lesbischer und bisexueller Frauen in Russland auseinandersetzt und diese im Kontext von öffentlicher Moral, Rechtslage, gesellschaftlichen Vorurteilen und Forderungen von Betroffenen untersucht. Annica Karlsson Rixon und Anna Viola Hallberg sind Künstlerinnen, die in ihren konzeptionellen Arbeiten bevorzugt die Medien Fotografie und Video verwenden. »State of Mind« diskutiert Themen wie zugewiesene vs. selbstgewählte Identität, Zugehörigkeit versus Entfremdung, Defizite versus Potenziale gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.
Die Werkgruppe ist zusammen mit »Resonance« und »Code of Silence« Teil einer Trilogie, die sich in unterschiedlicher Art und Weise mittels Foto- und Filminstallationen mit Aspekten der Konstruktion von sozialen und kulturellen Gruppenidentitäten innerhalb einer modernen Gesellschaft auseinandersetzt. Fotografie und Video werden von den beiden Künstlerinnen bewusst im Sinne einer Erweiterung des dokumentarischen Genres des Filminterviews und der Porträtfotografie verknüpft.
»State of Mind« ist ein Diskussionsbeitrag zu Identitätspolitiken und gesellschaftspolitischer Entwicklungsperspektiven. Es eröffnet einen exklusiven Blick auf eine spezielle Gruppe in St. Petersburg, die sich durch selbst bestimmten Aktivismus und Behauptungswillen auszeichnet mit Geschichten aus selbstbewusst lesbisch / bisexuell definierten Lebensentwürfen in russischen Großstädten. In den Videos sprechen 38 Personen frei über Politik, Ost-West, ihr Privatleben, Konflikte und Auseinandersetzungen wie auch ihre Zukunftserwartungen. Essentielle Themen sind Herrschaft und Demokratie, Gemeinschaft und Frauenrechte. Die Geschichten handeln von persönlichen wie allgemein politischen Aspekten aus dem Alltagsleben der Porträtierten. Das Alter der interviewten Personen geht von 17 bis 67 Jahren. Es sprechen Journalistinnen, Studentinnen, Psychologinnen, Tänzerinnen, Ärztinnen, Büroangestellte, Rockstars, Hausfrauen usw. Die Großformatportraits zeigen Familien, Freunde und Partner, die meisten von Ihnen Aktivistinnen, die sich in ihrem jeweiligen Bereich engagieren. Dabei kann es sich um Veranstaltungen und Partys im privaten Bereich handeln, den Vertrieb von Videos, Publikationstätigkeiten oder die Organisation von Diskussionsforen im Internet. (…)

Annica Karlsson Rixon und Anna Viola Hallberg, »Liliana«, St. Petersburg, 2007, aus der Serie: »State of Mind«, C-Print, 76 x 93,5 cm

Making State of Mind

»In June 2006 we spent our first week in St Petersburg, Russia, shooting »State of Mind – Prologue«, a five-minute film based on a yearlong email conversation with a lesbian couple. The foundation of the on location research was, facilitated through an art residency in the fall of the same year. It gave us the opportunity to interact with the city for two months and get to know the contemporary art scene and LGBTQ (lesbian, gay, bisexual, transgender, queer) spheres. At the time there was no registered LGBT or queer organizations in St. Petersburg, but several informal groups existed. For this reason we are leaning on the word »spheres«, also used by the communities themselves for describing active groups lacking recognition from authorities in the form of official registration. We perceived that the effort was focused on maintaining the entourage rather then striving for common activist goals. Leaders and groups were coming and going, and some remaining in posi-tion. It was noticeable that there was an obvious tension between the spheres. To negotiate this a reception at the Swedish General Consulate was set up, and it became an opportunity to present our work and to reach out to people we had identi-fied as interesting for the project State of Mind. We invited everyone to participate and to extend the call to people they could think of.« (Artist Statement)

Annica Karlsson Rixon und Anna Viola Hallberg, »Marina, Senya, Lena«, St. Petersburg, 2007, aus der Serie: »State of Mind«, C-Print, 76 x 93,5 cm
Mit freundlicher Unterstützung von schwedischen Botschaft in Wien