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Herwig Kempinger

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Ausstellung neuerer Arbeiten

>30.06.–30.07.1987

Als roter Faden zieht sich in der fotografischen Arbeit des Objekt- und Medienkünstlers Herwig Kempinger die kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Medialität der Fotografie, ihr (angeblich) mimetischer Reflex wird zum Kern seiner künstlerischen Reflexionen.
Kennzeichen seiner neuesten Arbeiten ist die Abwendung von der expliziten Problematisierung fotografischer Mimesis, hin zur fotografischen Herausbildung. Die Momente »Zeit – Raum – Skulptur« rücken in den Mittelpunkt. Herwig Kempinger setzt die fotografische Transportabilität von Zeit und Raum (R. Barthes) in Bezug zu Skulpturalem und demonstriert damit seine Auflösung und den Beginn einer post-skulpturalen Zeit. Auf spielerisch-verspielte Weise inszeniert er figurative Szenen, selbstgenügsam und (scheinbar) zeitlos, die durch ironisierende Titelgebung weiter ver-rückt werden, sich so jeder metaphysischen Interpretation zu entziehen versuchen. Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar, meinte P. Klee einmal: es scheint dies ein Leitsatz von Herwig Kempinger sein zu können; zu zeigen, was exklusiv im Moment des Fotografischen sichtbar werden kann.
aus: Carl Aigner, FOTOHOF Info, Ausgabe 3+4/1987