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Dagmar Schwelle, Frank Gaudlitz

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Begegnungen mit Europa

>05.10.–17.11.2007

Die Ausstellung im FOTOHOF thematisiert »Grenzen« als Trennendes und Verbindendes anhand von zwei fotografischen Erkundungsreisen entlang der Donau und von Ivangorod (Russland) bis Gmünd (Niederösterreich). Frank Gaudlitz bereiste von 2003 und 2005 zahlreiche Orte entlang der Donau. Von der Ukraine bis Deutschland entstand eine Fotoserie, in denen Porträts von dort lebenden Menschen, ihren Wünschen und Vorstellungen an die EU gegenübergestellt werden. Texte und Bilder lassen sozioökonomische Unterschiede und den zeitlich verschobenen Modernisierungsprozess zwischen dem Südosten und dem Westen Europas sichtbar werden.
Dieser Ost-West Richtung entgegengesetzt interessierte sich Dagmar Schwelle für Orte die, nach oft wechselhafter Geschichte, seit dem Ende des 2. WK getrennt waren und im Zuge der Osterweiterung wieder vereint oder eben durch diese auch wieder geteilt wurden. In vier geteilten Grenzstädten führte sie Interviews durch, stellte jeweils einem unter 30jährigen und einem über 70jährigen dieselben Fragen. Begriffe wie: »Europäer:innen«, »Osten/Westen« und »Grenze« werden in ihrer Bedeutung für die Bewohner hinterfragt. Diese zwei unterschiedlichen Porträts von Bewohner:innen eines uns fremden geografischen Raumes im Osten, wenden die Thematik von Trennen und Verbinden ins Persönliche, indem sie uns konkrete Schicksale vorstellen und in ihren Bildern Einblicke in Landschaft und Lebensraum ermöglichen. Sie konfrontieren uns mit den Vorstellungen, Wünschen und Sehnsüchten der dort lebenden, die oft den unsren trotz aller sozialen Unterschiede sehr ähnlich sind.

Frank Gaudlitz, »Elisabeth Zimmermann, 10 Jahre, Inzell, Österreich« aus der Serie: »Warten auf Europa«, 2003-2005, C-Print 147 x117 cm
Dagmar Schwelle, »Gubin«, Polen, C-Print, ca. 24 x 30 cm

»Die Welt ist jedenfalls sehr verwirrend geworden. Der Osten ist weiter in den Osten gerückt. Das, was er bei dieser Bewegung freilegte, die namenlose Mitte, die alsbald von der EU überwölbt wurde, hat für jene, die hinschauen, nun doch schon Konturen gewonnen. Diese Konturen werden nicht so schnell wieder verschwimmen, auch wenn sich der neue Block vorgenommen hat, in seinem Inneren grenzenlos zu werden.« (Dagmar Schwelle)