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Clin d’Oeil

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Jean Robert Cuttaia, Jean-Baptiste Ganne, Aïcha Hamu, Natacha Lesueur, Maxime Matray, Jan Kopp, Stefan Nikolaev, Gemma Shedden, Sandie Tourle, Eric Frost Tabuchi

>28.05.–03.07.1999

Zwei aufstrebende, von jungen Künstler:innen selbstverwaltete und bespielte »Kunstorte« Frankreichs stehen im Mittelpunkt der Ausstellung »Clin d’Œil«.
Die herkömmliche, aus den 80er Jahren stammende Bezeichnung dieser Orte als »alternative spaces«, die eine Alternative zur institutionellen Programmierung auszudrücken suchte, scheint Ende der 90er Jahre überholt zu sein. Approbierte, zumeist staatliche Institutionen sind mehr und mehr auf der Suche nach neuen, unbekannten Kunstszenen, die sich häufig in institutionsunabhängigen »Kunstorten« finden lassen und diese wiederum suchen den Austausch mit bereits anerkannten und von Institutionen bestätigten Künstler:innen und deren Repräsentant:innen. Aus dieser Situation des gegenseitigen Benötigens und Austausches transformieren sich die sogenannten »alternative spaces« der 80er Jahre mehr und mehr zu von Künstler:innen geleiteten »Kunstorten«, die gleichberechtigt neben anderen Institutionen existieren und »alternativ« maximal noch im Sinne von »anderen Orts« erlebt werden können.

Aïcha Hamu, »Untitled«, 1997, C-Print auf Aluminium
Eric Frost Tabuchi, »Show Room«, 1999, C-Print

Eine thematische Ausstellung mit Künstler:innen zweier solcher Kunstorte aus Frankreich zusammenzustellen ist insofern ein besonderes Unterfangen, da die Bedingungen ihrer Existenz aufgrund des
französischen Kunstfördersystems im Vergleich zu Österreich erschwert erscheinen und es daher einer besonderen Willensstärke und unter anderem auch eines spezifischen Sinnes für Humor und Ironie bedarf, sich mit diesen Voraussetzungen zu konfrontieren. Unter diesem Gesichtspunkt schien die Titelgebung von »Clin d’Œil« (= wörtl. »Wink mit dem Auge«, »Augenzwinkern« und auch »Referenz an …«) als sehr passend.  Klassisch photographische Positionen ebenso wie multimediale Beiträge und »Clin d’Œils« an die Photographie bestimmen das »Bild« der Ausstellung. Von nicht-konformen Bildinhalten und Titelgebungen, die als ironische oder sarkastische »Clin d’Œils« interpretiert werden können (Jean-Baptiste Ganne, Eric Frost Tabuchi), über inhaltliche Bedeutungsumkehrungen von visuellen Ersteindrücken (Aïcha Hamu, Maxime Matray, Natacha Lesueur), nicht eingelösten Seduktionsversuchen (Gemma Shedden), dem Trugpotential der Photographie (Jean-Robert Cuttaïa, Sandie Tourle) bis hin zu sozialpolitisch motivierten In-Frage-Stellungen (Jan Kopp) und kunsthistorischen Referenzen (Stefan Nikolaev) reicht die Bandbreite des nachhaltigen »Zwinkerns« zweier »besonderer Kunstorte« Frankreichs. (Sabine Schaschl)

Kuratiert von Sabine Schaschl