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G.R.A.M

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Der Regenschirm, die Schaufeln und der koreanische Tanz

>11.08.–23.09.2017
Installationsansicht, »G.R.A.M, Der Regenschirm, die Schaufeln und der koreanische Tanz«, 2017, © FOTOHOF
Die Reenactements von G.R.A.M. meinen nicht das Ereignis, an das man sich zu erinnern glaubt. Sie spielen zwar oft auf tatsächliche bzw. historische Personen an, sind aber an diesen wenig interessiert. Vielmehr geht es den Künstlern um eine vielschichtige, vor rund 20 Jahren entwickelte, bildkritische Strategie. Das Hauptinteresse der Künstlergruppe G.R.A.M. ist die Visualität im Allgemeinen und deren Organisation, deren mannigfaltige Strategien und Interpretationsweisen. Unterschiedliche Medien und Materialien spielen dabei eine entscheidende Rolle.
In ihrer Ausstellung im Fotohof stellt G.R.A.M. ausgewählte Bilder aus den Tagesmedien, aus politischen Aktualitäten der jüngsten Vergangenheit nach. Der Eindruck des Paradoxen, des mitunter Absurd-Surrealen lässt sich dabei kaum vermeiden – er wird sogar provoziert. Mit geringfügigen strategischen Schwenks – Austausch von Darsteller:innen, Wechsel der Orte, zitathafte Kostümierung – entstehen völlig neue Inhalte. Sieht man auf einem Original noch etwa junge koreanische Soldaten bei Ballettübungen, so inszeniert G.R.A.M. diese Szene unter eigener Mitwirkung und der zahlreicher Alterskollegen. Plötzlich bewegt man sich in gänzlich anderen Inhalten. Eine Selbsthilfegruppe, die im gruppendynamischen Spiel einen Ausweg aus der Misere sucht?
G.R.A.M. (Matthias Cremer): »Mehr als hundert Journalisten wurden zum Parteitag eingeladen, durften dann aber nicht in die Halle. Draußen wurden sie überwacht«, 2016, 45 x 30 cm, Courtesy: Christine König Galerie, Wien