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Heinz Kresl

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Gebirge der Zeichen – Mythologische Landschaftsformen

>14.07.–20.08.1985

In der Sierra Tarahumara in Mexiko und im niederösterreichischen Waldviertel findet man zwei Landschaftsformen, die mythologisch anmuten. Beiden Gebieten ist ihre Unzugänglichkeit gemein; im ersten Fall durch tiefe Canyons, im zweiten durch ehemals mächtige Urwälder (der »Nordwald«) Sind Teile des in der Sierra Tarahumara lebenden Volks der Tarahumara von der Zivilisation immer noch verschont, do wurde das Waldviertel erst ab dem 11. Jahrhundert christianisiert. Das hatte zur Folge, dass in diesem Gebiet heidnische – d.h. germanische und keltische – Religionen und Mythen gegenüber den umliegenden Gebieten länger praktiziert wurden. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass es im Waldviertel Sagen gibt, die mit landschaftlichen Ausformungen in Beziehung stehen, die ehemalige Kultstätten waren. Vielfach wurden die ursprünglichen Bedeutungen mit christlichen Inhalten übertüncht, aber es ist unschwer, die altertümlichen Bedeutungen wiederzuerkennen.
Die Sierra Tarahumara wurde in den 1930er Jahren von dem französischen Surrealisten Antonin Artaud bereist, der einige Zeit bei dem Volk der Tarahumara verbrachte und mehrere literarische Arbeiten dazu verfasste. Daraus stammen die Zitate, die den Fotografien aus der Tarahumara beigegeben wurden.