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Susanne Taschner

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Kazimierz

>20.05.–19.06.1982

Susanne Taschner legt in ihrer Ausstellung eine geschlossene Arbeit über das ehemalige jüdische Viertel von Krakau vor. »Kazimierz – All das Vergangene« – Die Vergangenheit ist Angelpunkt und Verständnishilfe für ihre Bilder. Nach der deutschen Invasion 1939 wird der damals von 70.000 religiösen, aber auch politisch aktivierten Juden und Jüdinnen bewohnte Stadtteil abgesperrt und zum Ghetto gemacht. Weiter gibts es verbitterten Widerstand, bis 1943 die letzten Bewohner:innen in Vernichtungslager gebracht werden. Nach dem Krieg kehren etwa 3.000 von ihnen nach Krakau zurück. Doch auch jetzt gibt es noch zahlreiche antisemitische Kampagnen und 1968 verlassen die meisten Krakauer Juden und Jüdinnen das Land, 300, zumeist Alte, bleiben zurück.
Interviewtexte mit den Bewohner:innen von Kazimierz, neben den Fotos aufgehängt, unterstützen die Bildaussagen und machen die Arbeit ubu einer Reportage im besten Sinn. Die Fotos verheimlichen nicht die Subjektivität der Fotografin, die auch Aspekte ihrer Persönlichkeit darin findet. Susanne Täschners Bilder entstanden aus der intimen Kenntnis der Menschen. Nach langen Gesprächen und Besuchen begann sie ihre Freunde auch zu fotografieren. Über ein Jahr dauerte diese Arbeit, das sicherte auch die Mitarbeit der Leute. Konsequenterweise fand die erste Ausstellung der Fotos in einer in einem ehemaligen Synagogenraum improvisierten Galerie in Kazimierz statt.
aus: FOTOHOF Info, Ausgabe 1/1982