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Bajtala / Kempinger / Selichar

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Miriam Bajtala, Herwig Kempinger, Günther Selichar, Loredana Selichar, Abdolali Hadadian

>03.10.–21.11.2009
Installationsansicht, »Miriam Bajtala, Herwig Kempinger, Loredana & Günther Selichar«, 2009, © FOTOHOF

Miriam Bajtala, Herwig Kempinger, sowie das Künstlerpaar Loredana und Günther Selichar arbeiten mit den klassischen künstlerischen Disziplinen – Zeichnung, Malerei, Film -, wobei in ihrem Werk der Fotografie eine zentrale Rolle zukommt. Gemeinsam ist ihnen eine medienreflexive, analytische Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie, von dem, befreit von allen narrativen Elementen, ein autonomer Bildstatus eingefordert wird.

Miriam Bajtala

Miriam Bajtala bezieht sich in ihrer aus 57 Teilen bestehenden Bildserie »Arbeiten für ohne Titel« auf die künstlerische Strategie, Kunstwerke mit »Ohne Titel« zu bezeichnen, bei der die visuelle Sprache des Bildes nicht durch sprachliche Zeichen konkretisiert oder eng geführt wird. Die entstandenen »Arbeiten für ohne Titel« zeigen die wörtliche Umkehrung dieses Ausdrucks. Zu sehen ist das fotografische Abbild der jeweiligen Rückseite eines Rahmens auf dem der Titel steht. Es ist ein erwartungsvolles Angebot ohne visuelle Erfüllung, das im Kopf des/der BetrachterIn gesetzt werden kann oder als sprachliches Zeichen bleibt. Es beschreibt einen Rest, den jeder für sich aushandelt.

Miriam Bajtala, »arbeiten für ohne titel (collectors version)«, 2008/2009

Herwig Kempinger

Herwig Kempingers Statement, dass die Fotografie »schon durch die vier Seiten und Ecken des Bildes der Malerei näher steht als unsere tatsächliche Wahrnehmung der Welt« und »dass man einem Kunstwerk nie die vielleicht mühselige Arbeit seiner Entstehung ansehen soll« ist von Beginn an in seinem Werk als unverwechselbare künstlerische Strategie verankert.
In seiner mehrteiligen Arbeit »Atem« deutet bereits der Titel an, worum es in seinem Versuch geht, den unmittelbarsten menschlichen Existenzbeweis mittels Fotografie auszuloten. So wird nicht nur eine Person (der Künstler selbst) durch den Prozess der fotografischen Abbildung manifest, sondern es entsteht gleichermaßen ein Beweis (eine Spur des Tatsächlichen) für die Abbildungstreue der Fotografie im Sinne der »straight photography«, gleichzeitig mutiert diese jedoch zu einem minimalistischen Bild.

Herwig Kempinger, »Atem«, 2007, Pigment Print auf Barytpapier, 120 x 74 cm, Courtesy Georg Kargl Fine Art Wien

Loredana & Günther Selichar

Loredana und Günther Selichar gehen den technischen Medien auf den Grund ihrer Bedingtheit. In ihrer zweiten Gemeinschaftsarbeit (nach der 2001 entstandenen Digital-Videoarbeit »GT Granturismo«) beschäftigen sie sich diesmal mit kameraloser Fotografie, dem Fotogramm, der archaischen Urform des fotografischen Abbildes. Im Sinne des Sprichwortes »Was wiegt, das hat’s« deklinieren sie geradezu spielerisch eine große Palette unterschiedlicher Fotopapiere in Bezug auf ihr Format und Gewicht. Von der Größe eines Schreibblattes bis zu wandgroßen Tafelbildern haben die unikaten Werke eines gemeinsam: Die im Dunkel aufgelegten Gewichte entsprechen exakt der Grammatur des tatsächlich bearbeiteten Fotopapiers. Fotografie in ihrer einfachsten Form, handwerklich wie ästhetisch bis auf das Äußerste ausgereizt, mutet plötzlich an wie konkrete Kunst, die nicht mehr sagt, als das was faktisch ist und somit vielleicht ihr größtes magisches Potential entfalten kann.

Günther & Loredana Selichar, »15 Fotogramm«, 2003/07, C-Repro