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Tales from Paradise (Lost)

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Paul Kooiker, A.P. Komen / Karen Murphy, Leoni Oostvogel

>04.05.–16.06.2001
Installationsansicht, »Tales from Paradies (Lost)«, 2001, © FOTOHOF

»Tales from Paradise (Lost)« umfasst die Werke von vier Fotokünstler:innen der »jungen« Generation, die in den Niederlanden arbeiten. Die Auswahl soll nicht die Arbeit dieser Generation repräsentieren; doch in gewisser Weise nehmen alle KünstlerInnen eine ähnliche Position ein und strahlen eine gemeinsame Energie aus.
Sie verwenden ihr Medium in sehr unterschiedlicher Art und Weise; gemeinsam ist ihnen jedoch der Inhalt: Verschiedene grundlegende Lebenssituationen werden in spielerischer und euphorischer Art behandelt. Die Arbeiten rufen das Gefühl von Verlorenheit, Einsamkeit und Sehnsucht hervor: Visionen eines verlorengegangenen Paradieses. Die Gesamtstimmung ist allerdings oft humorvoll, locker gelöst und erotisch.

A.P. Komens / Karen Murphys Videos sind sowohl Stills als auch bewegte Bilder. Ihre Arbeit erinnert an Fotoromane und TV-Soaps. Paul Kooiker inszeniert seine Bilder und verwendet dabei verschiedene fotografische Techniken, um Spezialeffekte wie etwa Bewegung hervorzurufen. Leoni Oostvogels »Found Footage« ist eigentlich eine Sammlung von Snapshots, die sie in ihrem Haus und in ihrer Umgebung von ihrem täglichen Leben gemacht hat.

Paul Kooiker

Kooikers Serie »Hunting and Fishing« (1999) reflektiert eine romantische Natur und behandelt gleichzeitig das »natürliche« männliche Verhalten als Klischee. In der Serie sieht man junge(?) Mädchen, die vor der Kamera weglaufen. Durch die Unschärfe der Bilder erscheinen sie (in beinahe impressionistischer Weise) nackt. Es sieht aus, als würden sie vom männlichen Betrachter verfolgt. Irgendwie erinnern diese Bilder an berühmte Fotos der zwanziger und dreißiger Jahre, auf denen unbekleidete Mädchen abgebildet sind.

Paul Kooiker, »o. T.«, aus der Serie »Hunting & Fishing«, 1998

A.P. Komen / Karen Murphy

Die Arbeit »Love Bites« (1998) von A.P. Komen und Karen Murphy ist eine Geschichte mit Video, Stills, Text (synchronisiert und mit Untertiteln) und Musik. Es geht um die Beziehung zweier schöner junger Menschen, vom ersten Moment des Ineinander-Verliebens bis zur Trennung wegen Untreue. Die Charaktere sind oberflächlich, der Text ist billigen TV-Serien und Soaps entnommen. Jeder Betrachter kann sich jedoch mit der simplen, klischeehaften Story identifizieren: Das Verlangen nach einer perfekten Liebe, der Wunsch nach Beisammensein und die Unmöglichkeit eines unproblematischen Zusammenlebens sind universell.

A.P. Komen/Karen Murphy, »Love Bites«, 1998, Videostill, Courtesy of Flatland Gallery, Utrecht

Leoni Oostvogel

Leoni Oostvogel fotografierte verschiedenste Aspekte ihres täglichen Lebens, scheinbar in ihrer eigenen Wohnung. Tatsächlich hat sie aber auch in den Wohnungen anderer Leute fotografiert. Sie erzählt keine ganze Geschichte, sondern zeigt nur Fragmente und Details. Manchmal sehen wir Objekte, Kleidung, einen Raum, das Innere eines Schrankes; eine junge Frau, die sich an- bzw. auszieht oder im Raum liegt. Die unscharf abgelichteten Objekte und die romantische Atmosphäre erwecken das Gefühl einer gewissen Intimität. Die Serie scheint von jemandem gemacht worden zu sein, der sein Leben in den Griff zu bekommen versucht und Distanz gewinnen möchte. Der Blick auf die Bilder könnte der eines Voyeurs sein; andererseits gibt es aber keine wirklich intimen Momente, alles scheint lediglich inszeniert, humorvoll und ironisch.

Leoni Oostvogel, »Self Storage«, 2001, Cibachrome, 60 x 80 cm
Kuratiert von Frits Gierstberg