Ilse Haider, Knoll+Cella
Zwei Eschen / About Place
Vor 200 Jahren entstand die erste Fotografie der Welt von Nicéphore Niépce. Die Werke dieser Ausstellung reflektieren die technischen Bedingungen des Mediums: bei Knoll+Cella den technisch-optischen Apparat der Camera Obscura, der zentralperspektivisch Räume auf eine Fläche projiziert – Ilse Haider nützt den chemischen Prozess der dauerhaften Fixierung von Licht und Schatten für ein gigantisches Fotogramm. Beide Komponenten zusammen konstituieren die Fotografie.
Ilse Haider
Ilse Haiders 10 × 6 m große Fotoarbeit ist eines von zwei Fotogrammen zweier Eschen in Originalgröße, die als Grundlage für eine Fassadengestaltung im Rahmen von QUIVID, dem Kunst-am-Bau-Programm der Stadt München, hergestellt wurden. Die gefällten Bäume wurden in eine zur Dunkelkammer umfunktionierte Halle transportiert, bei Rotlicht durch zahlreiche Helfer:innen auf lichtempfindliches Papier gehoben, dieses belichtet und in einer eigens aufgebauten Produktionsstraße entwickelt. Diese Technik ist typisch für Haider und zugleich einzigartig in ihrer Dimension: Normalerweise portraitiert die Künstlerin in kleinerem Maßstab Ikonen der Popkultur und Kunstgeschichte.

Knoll+Cella
»About Place« von Knoll+Cella befasst sich mit der Beziehung zwischen Innen- und Außenraum. Häufig wechselnde Aufenthaltsorte wie Hotelzimmer oder kurzzeitig genutzte Wohnungen werden in eine Camera Obscura verwandelt. Dabei entsteht eine auf den Kopf gestellte Projektion des Außenraums auf den Innenraum – diese Bildüberlagerung wiederum wurde mit einer Kamera fotografiert.
