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Philippe Gerlach, Maya Rochat

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a_nervous_system

>28.09.–18.11.2012
Installationsansicht, Maya Rochat / Philippe Gerlach, »a_nervous_system«, 2012, © Rainer Iglar

Sowohl Maya Rochat wie auch Philippe Gerlach interessiert die Fotografie als Ausdrucksmedium für das Lebensgefühl einer jungen Generation. Dabei beschränken sie sich nicht nur auf die Rolle des von außen Beobachtenden, sondern interagieren mit Menschen und Orten.

Philippe Gerlach

Philippe Gerlach sieht den fotografischen Akt als einen Prozess der Interaktion. »Ich möchte so nah wie möglich an der Realität bleiben, etwa wie beim Tagebuchschreiben, aber natürlich kommt mit der Fotografie immer ein Element von Inszenierung mit ins Spiel. Ich verwende möglichst unauffällige Kameras, die die Beziehung zwischen den Beteiligten nicht stören sollen.«
Gerlachs Bildwelten umspannen die intime Porträtstudie als Ausdruck einer besonderen Beziehung (etwa in der Serie »Gosia«) bis zu der Serien wie die Bilder aus Punkerszene in der deutschen Provinz.

Philippe Gerlach, o. T., 2008, Silvergelatin-Print, 60 x 40 cm

Maya Rochat

Maya Rochat arbeitet assoziativ in größeren Bildzusammenhängen mit stark symbolistisch aufgeladenen Inhalten. Immer ist eine schonungslose existenzielle Perspektive die Voraussetzung für ihre Bildfindungen. Rochat arbeitet etwa in ihrer Serie, die sie an Anlehnung an ein Brecht-Zitat »Es stinkt der Mensch solang er lebt« betitelt, an einem Gegenentwurf zu gängigen mediale Bildklischees eines genormten Menschen- und Schönheitsbildes.

Maya Rochat, »Sublime is now«, aus der Serie: »Siren«, 2010, Inkjet auf Alu Dibond, 90 x 70 cm

Bei Rochat wie bei Gerlach wird das eigene Leben mit den Mitteln der Fotografie autobiografisch reflektiert. Unter dem gemeinsamen Titel »a_nervous_system« verschränken sich beider Arbeiten zu einem Dialog, können aber als Einzelpräsentationen gelesen werden. In ständiger Absprache haben Rochat und Gerlach eine spezielle gemeinsame Installation für den FOTOHOF entwickelt, die sie als »nervous system« sehen:
»a_nervous_system – wir betiteln unsere Arbeit mit dieser Doppeldeutigkeit, weil wir in einer nervösen Empfindlichkeit gegenüber der Umwelt unsere Gemeinsamkeit sehen. Wir lassen uns nicht allzu viel Zeit mit der Ergründung unserer Motive (Schnappschuss) aber wir überhöhen sie später mit unserer eigenen Empfindung. Und wir sind beide interessiert an Ungleichgewichten, Fehlern, Kratzern, Schuppen… Wir zeigen im FOTOHOF ein Nervensystem, das gerade noch in der Balance ist, aber schon wackelt. Der Bildschirm flackert und der Horizont kippt.«