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Leo Kandl

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Free Portraits

>19.11.2010–15.01.2011
Installationsansicht, Leo Kandl, »Free Portraits«, 2010, © FOTOHOF

Kontinuierlich und konsequent beschäftigt sich der österreichische Fotograf Leo Kandl seit mehreren Jahrzehnten mit dem Genre der Portraitfotografie, wobei die variantenreiche Form der Beziehung zwischen dem Fotografen und seinem Modell das zentrale Thema darstellt. In »Free Portraits« stellt er den Kontakt zu seinen Modellen mittels Zeitungsannoncen her. Dem lapidaren Aufruf, der keinerlei Informationen über den Fotografen und den Kontext der weiteren Verwendung der Bilder beinhaltet, kommen erwartungsgemäß jüngere, aufgeschlossene Menschen aus dem urbanen Raum nach. In verschiedenen städtischen Zentren, London, New York, Wien Havanna, entstanden in der Folge Portraits im öffentlichen Raum, die zum Teil wie schnappschussartige Straßenaufnahmen oder private Fotografien wirken. Die Modelle bestimmen ihre Inszenierung selbst, Kleidung, Pose und Umgebung sind von ihnen gewählt. Kandls fotografische Methode lässt Spielräume für emotionale Interaktionen, da das möglicherweise riskante Aufeinanderzugehen zweier unbekannter Personen im Rollenspiel Modell – Fotograf Bilder produziert, die von Neugier und gelegentlich subtil erotisch aufgeladener Atmosphäre gekennzeichnet sind. Kandls Arbeiten verbinden eine konzeptuell-dokumentarische Vorgehensweise mit dem Interesse an Subjektivität und Individualität des Porträtierten. Dem Buch ist eine DVD mit einem Interview von einem seiner Portraitmodelle beigefügt.

Leo Kandl, »Sonja«, London, 2001, C-Print, 31 x 48 cm