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Reflexionen

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Renate Bertlmann, Linda Christanell, Lotte Hendrich, Karin Mack, Margot Pilz, Sylvia Taraba, Jana Wisniewski

>23.09.–23.10.1982

Das Thema der Ausstellung »REFLEXIONEN« und der Untertitel »Fotografische Arbeiten von 7 Österreichischen Künstlerinnen« lassen Vermutungen zu, die in der Ausstellung enttäuscht und bestätigt werden. Sicher handelt es sich bei den ausgestellten Fotoarbeiten nicht um Relikte von Ereignissen, die in anderen künstlerischen Medien artikuliert wurden, können aber mit anderen Arbeiten in Zusammenhang stehen. (Performance, Film, Objekt). Es sind vor allem mit dem Medium Fotografie formulierte Konzepte von Gedanken, Phantasien, Befindlichkeiten, Kritik, Spiel, Erkenntnissehnsucht usw. Zum Großteil thematisieren hier Künstlerinnen verschiedene Aspekte des Frauseins, spielen sie aus, überzeichnen, dialogisieren sie, wobei der schöpferische Prozess des Formulierens Rückwirkungen auf die eigene Lebenspraxis haben kann. Eine so aktive, sich ständig überprüfende und erneuernde Existenz widerlegt den traditionellen Begriff des »typisch Weiblichen«, das als passiv, triebhaft, unlogisch ja unkreativ abgetan wird. Was bisher an weiblicher Sprachlosigkeit durch männliche Phantasie ersetzt worden war (dein Bild nach meinem Bilde) erfährt im radikalen Überdenken des eigenen Standorts durch weibliche Menschen neue Definitionen.
aus: Karin Mack »REFLEXIONEN. Zur Ausstellung fotografischer Arbeiten von 7 österreichischen Künstlerinnen«, Wien 1982