aktuelle Ausstellung:

Frauen in 3 Akten
Paz Errázuriz, Gluklya, Ditte Lyngkaer Pedersen, Maya Schweizer, Katarina Šoškić, Lilla Szász

Eröffnung: Donnerstag, 3. Mai, 2018, 19.00 Uhr
zur Eröffnung spricht: Kati Simon (Kuratorin)
Ausstellung: 4. Mai – 16. Juni 2018


 

Lilla Szász, Sunbathers, 1998, B&W photograph, Courtesy of the artist and Inda Gallery, Budapest
 


In einer Welt, die von Globalisierung und Migration geprägt ist und immer noch weitgehend von Männern dominiert wird, wo der Kampf um Macht und Einfluss zunehmend sozial benachteiligte Gemeinschaften diskriminiert, setzen sich die Autorinnen dieser Ausstellung mit von Marginalisierung bedrohten Gruppen der Gesellschaft auseinander. Sie beschäftigen sich mit Fragen über Zugehörigkeit, Verwundbarkeit und Identität und gehen berührenden Geschichten nach, um die Komplexität menschlicher Beziehungen zu erforschen. Mit Bezug auf Lilla Szász‘ starke Inspiration durch Literatur und Film, deren Werk im Mittelpunkt der Ausstellung steht, schaffen die drei Akte einen Dialog zwischen künstlerischen Genres und ganz unterschiedlich erzählten Lebensgeschichten.

Sonnenbadende, die Szász an der Peter-Paul Festung in Sankt Petersburg fotografierte, treffen auf Marinekadetten in Gluklyas Video, die zarte weiße Kleider vor sich tragend durch die Stadt marschieren. Verletzlich wirken auch die in New York lebenden russisch-jüdischen Veteranen auf Lilla Szász’ Fotografien. Das Gefühl der Verunsicherung weit weg von zu Hause verbindet sie mit Katarina Šoškić, die alle Orte ihrer temporären Aufenthalte in Wien dokumentierte. Komplizierte Beziehungen in unorthodoxen Familiensituationen entfalten sich in Paz Errázuriz’ Bildern von Transvestiten in chilenischen Bordellen und in Lilla Szász’ Fotoserie mit Budapester Prostituierten. In vertrauter Kommunikation zwischen Frauen verschiedener Generationen antwortet Maya Schweizers Großmutter in einem fragmentarischen Gedankenfluss, untersucht Ditte Lyngkaer Pedersen die ungeklärte Geschichte eines alten Bildes, und spielt Lilla Szász das Leben der verstorbenen Vorbesitzerin ihrer Wohnung mit vorgefundenen Versatzstücken nach.

 

Im FOTOHOF archiv:
Hans Rustler − Musterbilder. Analoge Testfotografien und Interieur-Bilder aus den 30er Jahren

Hans Rustler, Agfa Photoschule, Beriln 1931
 

FOTOHOF archiv
Sparkassenstraße 2, 5020 Salzburg
Öffnungszeiten nach Vereinbarung

Ausstellung: 18. Jänner − 16. Juni 2018 

Der Salzburger Drogist Johann Rustler hat 1931 in der damals berühmten „Agfa Photoschule“ in Berlin studiert und dort eine beeindruckende Mustermappe hergestellt, die die technischen Möglichkeiten der analogen Fotografie zu seiner Zeit zusammenfasst. Ergänzt werden diese „Musterbilder“ durch Innenaufnahmen der Schule und Bilder aus Berlin.
Hans Rustler als Fotograf ist eine Neu-Entdeckung, die durch seine Tochter Renate Rustler-Ourth in Zusammenarbeit mit dem FOTOHOF archiv möglich gemacht wurde.
 
Hans Rustler, geboren als k.u.k. Österreicher am 1.11.1910 in Liebenstein bei Eger, dem heutigen Libá, in Böhmen. Taufname Johann, gest. 26.08.1988 in Salzburg.