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Peter Dressler

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Ein Knopf für Nene und andere Bildgeschichten

>14.10.–19.11.1983

Peter Dressler ist ein Sammler. Er hält Ausschau und erarbeitet sich seine Themen vom Gedanken und Gefühl her. Seine Wohnung, sagt Dressler, ist die Stadt, das Umfeld von Wien. In seinen Arbeiten geht er von Einzelbildern aus und sucht das Ganze. Ein Platz z.B. is für ihn eine Gegebenheit, deren vielfältige optische Erlebensmöglichkeit nur in einer Art fast mystischer Conjunktion festgehalten werden kann. Die fotografische Aufarbeitung macht die Situation erfassbar, das Subtile lässt sich trennen vom rein optischen, das Wesenhaft artikulieren. Die Ausdrucksform der Tableaus erwuchs zwingend aus einem ganz speziellen Anreiz: an einem Sonntag fotografierte er alle zusammengekippten Marktstände des an diesem Tag wie ausgestorbenen Brunnenmarktes.
Für seine Tableaus wählt Dressler die Einzelbilder im Sinne imaginärer Filmszenen aus. Am fixierenden Medium Fotografie schätzt er die Möglichkeit, sich auf das, was in einem Moment stattfand, zu konzentrieren – besser als dies der Film erlauben würde, in dem eine Szene jeweils die vorige verwischt. Am Ende ergeben alle festgehaltenen Wahrnehmungen eine Bilderreihe. Überall sucht Peter Dressler Prägnantes, Zwingendes, ein Stück Wahrheit.
Die Fotosequenzen zeigen das Nebeneinander von menschlichen Einrichtungen. Der psychologische und soziale Hintergrund einer Stadt wird nicht akzentuiert oder hervorgehoben, kommt aber durch die gleichwertige Darstellung alles Gesehenen mit ins Bild. Aus den Fotografien spricht Sympathie für alles, was ist. Dressler lässt die Betrachter:innen Vertrautes wiederfinden, gönnt ihnen die Freude an ästhetischen und skurrilen Motiven.
aus: Eva Albrecht, FOTOHOF Info, Ausgabe 5/1983